Förderung von Solaranlagen
Die Förderung und Beschleunigung der Markteinführung von Photovoltaik hatte mit dem 100.000 Dächer-Programm einen entscheidenden Hebel erhalten. Sein Wegfall reißt kurzfristig zweifellos eine Lücke in das Fördergerüst für Solarstrom. Doch bereits zum Ende des Jahres sind Anschlussregelungen angekündigt.
Beeindruckende Bilanz: 300 Megawatt Photovoltaik-Leistung gefördert
Nach dem Auslaufen des 100.000 Dächer-Solarstrom-Programms zieht die Branche eine durchweg positive Bilanz. Für die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft e.V. bewertet Geschäftsführer Carsten Körnig das Programm als “schubstarke Raketenstufe für den Aufbruch ins Solarzeitalter”. Gemeinsam mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) habe das Förderprogramm die Basis für eine “solare Gründerzeit” gelegt. In den letzten vier Jahren hat sich der deutsche Photovoltaikmarkt nach UVS-Angaben verzehnfacht. Auch die Produktionskapazitäten der über 30 deutschen Solarfabriken konnte in gleichem Maße gesteigert werden, so dass Deutschland auf Platz zwei des Weltmarktes vorrücken konnte (Siehe nachfolgende Grafik).
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Info-Grafik: Deutschland liegt bei der Installation im Bereich der Solarstrom-Technologien weltweit inzwischen auf Platz zwei. Bitte klicken für eine vergrößerte Ansicht. |
Fakten und Statistiken
Nachfolgend finden Sie eine beispielhafte Auswahl an Zahlenmaterial, das für die Erfolge des 100.000 Dächer-Solarstrom-Programms spricht.
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Abbildung: Regionale Verteilung der Zusagen per 30.6.2003 nach Bundesländern aufgeschlüsselt. |
Download: Vorläufige Statistik zum 100.000 Dächer-Programm
- Excel-Tabelle mit gesammelten Zahlen per 30.06.2003
Ein kurzer Rückblick
Das 100.000 Dächer-Programm, dessen Inhalte in dieser Form erstmals in den Koalitionsvereinbarungen zwischen SPD und Bündnis90/Die Grünen im Herbst 1998 auftauchten, hat mit diversen, insgesamt aber bedeutungsärmeren Programmen wie dem 1000-Dächer Programm bereits einige Vorläufer gehabt. Seit der Ölkrise 1974 wurden immer wieder Anstrengungen auf dem Sektor Forschung und Förderung der Photovoltaik unternommen, ehe am 1.1.1999 das heutige 100.000 Dächer-Solarstrom-Programm unter der Federführung des Bundeswirtschaftsministeriums in Zusammenarbeit der beiden Koalitionsfraktionen rot-grünen Regierung in Kraft treten konnte. Somit wurde es ermöglicht, über eine bundeseigene Bank, die KfW, die Installation von Solarstromanlagen in Form von deutlich zinsvergünstigten Darlehen zu unterstützen.
Mit dem neuen Koalitionsvertrag zwischen SPD und Grünen vom Herbst 2002 wurde der Wechsel des Energieressorts ins Bundesumweltministerium beschlossen. Damit wechselte auch das auslaufende 100.000 Dächer-Programm in den Zuständigkeitsbereich des BMU. Bundesumweltminister Jürgen Trittin, der die Ergebnisse des Programms ebenfalls positiv bewertete, kündigte inzwischen geeignete Anschlussmaßnahmen für Ende 2003 an.
Ausblick
Eine Verlängerung der Solarförderung in Gestalt des 100.000 Dächer-Programmes oder zumindest in Form einer alternativen Anschlussregelung erscheint mit dem heutigen Kenntnisstand nicht nur sinnvoll, sondern sogar notwendig. Die im Auftrag des Bundeswirtschaftministerium bereits im Februar 2002 vorgelegte Evaluierungsstudie für die Maßnahme kommt in diesem Kontext zu einem klaren Fazit: „Ein unflankierter Ausstieg aus der Photovoltaikförderung ähnlich der Situation nach Ende des damaligen Bund-Länder-1.000-Dächer-Programmes würde die existierenden Strukturen erheblich schädigen und insbesondere das der photovoltaischen Produktionskette nachgeordnete klein- und mittelständische Unternehmertum (z.B. Handwerk, Distributoren) in akute Existenznöte führen“.
Auch die Solarverbände fordern aus gutem Grund eine Fortführung oder zumindest angemessene Anschlussregelungen und begrüßen vor diesem Hintergrund eine entsprechende Ankündigung von Bundesminister Jürgen Trittin.

